Was ist RegJoint™?
RegJoint™ ist ein fortschrittliches, bioresorbierbares Implantat, speziell entwickelt für schmerzhafte kleine Gelenke an Hand und Fuß. Hergestellt aus hochporösem Polylactid (PLDLA), wird es natürlich vom Körper abgebaut und unterstützt gleichzeitig die Bildung eines neuen funktionellen Gelenks.
Technische Details
Das Institut für Biomaterialien der technischen Universität in Tampere entwickelte in Zusammenarbeit mit der Firma Bionx (später Linvatec Biomaterials Ltd., Finnland, jetzt Fa. Scaffdex/Finnland) diesen biodegradierbaren Platzhalter aus poly-L/D-laktid copolymer mit L/D-monomer ratio 96/4 (PLDLA).
Das Material wird zu vierlagigen sehr dünnen Fäden gesponnen, aus denen ein Schlauch gestrickt wird. Dieser Schlauch wird dann ähnlich eines Feuerwehrschlauches aufgerollt und zu einem Kissen unterschiedlicher Größe und Dicke verarbeitet.
| Verfügbare Größen |
9 Größen in 2 mm Schritten (8-24 mm Durchmesser) |
| Dicke |
3,6-4,5 mm |
| Porengröße |
100-400 µm |
| Material |
Poly-L/D-laktid copolymer (PLDLA) |
| CE-Zertifizierung |
Seit November 2011 |
Hauptvorteile:
Vollständig bioabbaubar
Natürlicher Abbau im Körper zu Wasser und Kohlendioxid innerhalb von 2-3 Jahren.
Neues Pseudo-Gelenk
Fördert die Bildung eines neuen, funktionellen Gewebes, das als Gelenk dient.
Funktionserhalt
Erhält die Gelenkfunktion und natürliche Gliedlänge nach der Operation.
Schmerzlinderung
Nachgewiesene signifikante Reduktion der Schmerzen bei Patienten.
Flexible OP-Optionen
Kann sowohl ambulant als auch stationär durchgeführt werden.
Komplikationsarm
Unkomplizierte und komplikationsarme OP-Methode, bestätigt durch über 10 Jahre klinische Erfahrung.
Wie funktioniert es?
RegJoint™ nutzt den körpereigenen Heilungsprozess auf innovative Weise. Nach der Implantation dient die poröse Struktur als Gerüst für einwachsendes Gewebe. Nach etwa drei Monaten bildet sich ein flexibles Bindegewebe, das als funktionelles Gelenk dient und eine natürliche Beweglichkeit ermöglicht.
In vitro-Studien zeigen für das verwendete PLDLA eine Resorption der Struktur von 50% nach 13 Wochen, lang genug für das Einwachsen von körpereigenem Gewebe. Das Implantat wird gleichzeitig langsam vom Körper resorbiert und innerhalb von 2-3 Jahren vollständig zu Wasser und Kohlendioxid abgebaut, ohne Rückstände zu hinterlassen.
Ideal für Patienten mit:
- Rheumatoider Arthritis in kleinen Gelenken
- Arthrose in kleinen Gelenken von Hand und Fuß
- Schmerzhaften Hand- und Fußgelenken mit eingeschränkter Mobilität
- Morbus Köhler 2 (Osteonekrose des Metatarsale-Köpfchens)
- Coalitio calcaneonavicularis
Anwendungsbeispiele
MTP 1-Gelenk bei Arthrose
Etabliert in der Resektionsinterpositionsarthroplastik des MTP 1 bei Arthrose sowie bei rheumatoider Arthritis. Statistische Auswertung der 5-Jahres-Verlaufskontrolle zeigte signifikante Vorteile bezüglich Schmerz, Funktion und AOFAS Score.
Morbus Köhler 2
Für die Behandlung der Osteonekrose des Metatarsale-Köpfchens, die erstmals 1914 vom US-Chirurgen Freiberg beschrieben wurde. Die Erkrankung tritt zu 60-88% am Metatarsale 2 auf und zeigt eine Häufung beim weiblichen Geschlecht.
Coalitio calcaneonavicularis
Gute Erfahrungen als Alternative zum herkömmlichen Fettinterponat bei der Behandlung der Coalitio calcaneonavicularis.
Klinisch bewährt
Die erste Implantation am Menschen erfolgte 1997 in Finnland ohne implantatbedingte Komplikationen. Eine umfassende Multicenter-Studie von 2001, die zur CE-Zertifizierung des Produktes führte, belegt die signifikanten Vorteile von RegJoint™ gegenüber herkömmlichen Operationsmethoden in Bezug auf Schmerzreduktion und Funktionalität.
Bei Patienten mit gleichzeitiger Versorgung der Metatarsalia 1-5 konnte nach 5 Jahren ein signifikanter Vorteil des RegJoint® für die Parameter Schmerz (VAS), Funktion (VAS) sowie AOFAS Score nachgewiesen werden. Langzeitbeobachtungen über mehr als 10 Jahre bestätigen die nachhaltigen Ergebnisse und die deutliche Verbesserung der Lebensqualität nach dem Eingriff.
Wichtiger Hinweis:
Für optimale Ergebnisse muss die poröse Struktur des Implantats während der Operation sorgfältig erhalten bleiben. Die spezielle Beschaffenheit des Materials ist entscheidend für den Erfolg der Gewebeintegration und die Bildung des funktionellen Pseudo-Gelenks.